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16.02.2024

Gedenken an 1934: Grazer Bischof bittet um Vergebung

Anlässlich des 90. Jahrestags der Februarkämpfe bittet der Grazer Bischof um Vergebung für die Rolle der Kirche in der politischen Krise Österreichs 1934.

Anlässlich des 90. Jahrestags der Februarkämpfe bittet der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl um Vergebung für die Rolle der Kirche in der politischen Krise Österreichs im Jahr 1934.

 

Gedenken

Zum Gedenken an diesen Jahrestag hat er eine bemerkenswerte Bitte ausgesprochen, in der er um Vergebung für das damalige Verhalten der Kirche ersucht. In einer Stellungnahme betonte Krautwaschl die bedauernswerte Rolle der Kirche. Durch ihre enge Verflechtung mit der Parteipolitik und dem autoritären Regime von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß habe sie Menschen von den Lehren Jesu Christi und dem Evangelium entfernt.

 

Die Februarkämpfe fanden in mehreren österreichischen Industriestädten statt und forderten hunderte Tote. Sie hinterließen tiefe Wunden im Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und der Arbeiterschaft sowie der Sozialdemokratie. Krautwaschl räumt ein, dass die Kirchenführung der Zeit dem Zurückdrängen des politischen Pluralismus und der Ausschaltung des Parlaments nicht entschlossen genug entgegengetreten ist.

 

Neue Brücken

Der Bischof erinnert an die positive Entwicklung in den Jahren der Zweiten Republik. Es gelang Brücken zu bauen und Gräben zu überwinden, vor allem durch den Dialog zwischen Kirche, Arbeiterschaft und politischen Parteien. Krautwaschl betont die Bedeutung dieses fortgesetzten Dialogs für das Wohl Österreichs und seine Demokratie, besonders in den gegenwärtigen spannungsreichen Zeiten.