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16.11.2023

Ausstellung im Hauptbahnhof über Selige Restituta

Leopoldinum-Rektor Leitner bei Eröffnungsgottesdienst: Mährisch-österreichische NS-Märtyrerin "Fürsprecherin gegen alle Formen von Antisemitismus und Rassismus"

"Selige Restituta - mutiger Widerstand" lautet der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Wiener Hauptbahnhofs zu sehen ist. Bis 30. November bringen im "Raum der Stille" Schautafeln und Kunstwerke das Leben der seligen Krankenschwester Maria Restituta, geb. Helene Kafka (1894-1943), näher. Die wegen ihres Widerstands gegen das NS-Regime hingerichtete Ordensfrau der Franziskanerinnen von der Christlichen Liebe zeigte durch ihr Lebenszeugnis, wie "im Leid der Aufstieg zum Licht" möglich sei, erklärte laut einer Mitteilung des Resituta-Forums der Rektor des Heiligenkreuzer Priesterseminars Leopoldinum, Martin Leitner, bei der Eröffnung.

 

Leitner würdigte besonders den "tiefen und unerschütterlichen Glauben" der Märtyrerin aus der NS-Zeit. Sr. Restituta habe das "Licht einer Nächstenliebe" verbreitet, welches ihr auch im Gefängnis die Wertschätzung und Bewunderung ihrer Mitgefangenen eingetragen habe. Auch angesichts heutiger Tendenzen gelte es von ihr zu lernen: "Von der Lauterkeit ihres Blickes und ihres Tuns, von ihrem Mut, gegen Unrecht, Menschenverachtung und Rassenwahn aufzutreten."

 

Heute sei es wieder "wichtiger denn je, wenn wir auf die neuen und subtilen Formen des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und des Völkerhasses blicken", betonte der Rektor. Die Selige Restituta sei dabei "Fürsprecherin für ein mutiges 'Ja' zu Menschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe, und für ein mutiges 'Nein' gegen alle Formen eines falschen Nationalismus, des Antisemitismus und aller Formen des Rassismus".

 

Die Ausstellung behandelt Sr. Restitutas Kindheit und Jugend im Einwanderer- und Arbeitermilieu des Wiener Gemeindebezirks Brigittenau, ihr Ordens- und Berufsleben als Franziskanerin von der Christlichen Liebe und Krankenschwester, sowie ihr mutiges Eintreten gegen das NS-Regime. Auch auf die vielfältige Verehrung der Seligen bis heute wird eingegangen und es werden ausgewählte Werke von Künstlern, die sich mit ihr auseinandergesetzt haben, gezeigt.

 

Der "Raum der Stille" wird seit 2014 von der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien als Begegnungsort geführt.

 

Täglich zwischen 8 und 19 Uhr steht der Raum für Andachten, Gottesdienste, Aussprachen, Gebet und Stille sowie für Veranstaltungen offen. Auf Ökumene und interreligiösen Dialog wird besonderen Wert gelegt.