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28.07.2023

Weltjugendtag ohne Jugendliche aus Myanmar

Die Teilnahme der Jugendlichen aus Myanmar am Weltjugendtag in Lissabon ist aus Sicherheitsgründen äußerst begrenzt. Lediglich vier Jugendliche und ein junger Jesuit aus Myanmar haben die Möglichkeit, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die diesjährige Teilnahme der Jugendlichen aus Myanmar am Weltjugendtag in Lissabon bleibt aus Sicherheitsgründen äußerst begrenzt. Verantwortliche des Büros der nationalen Kommission junger Katholiken (Birmanische Bischofskonferenz), die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchten, bestätigen, dass keine offizielle Delegation der Jugendlichen aus Myanmar dieses Jahr am WJT teilnehmen wird. Lediglich vier Jugendliche und ein junger Jesuit aus Myanmar haben kürzlich erfahren, dass sie die Reise nach Lissabon antreten können, das geht aus einem Interview hervor, das die italieniische Nachrichtenagentur Agensir gestern veröffentlicht hat.
 
Aus den Diözesen des Landes wird niemand teilnehmen können, da die Reisekosten zu hoch und die politische Lage im Land zu gefährlich sind.
 

Myanmar Instabilität auf allen Ebenen

Die Jugendlichen aus Myanmar stehen vor finanziellen und politischen Herausforderungen, die ihre Teilnahme am WJT 2023 unmöglich machen. Ein durchschnittliches Monatsgehalt bewegt sich zwischen 80 und 130 US-Dollar, was die Kosten einer solchen Reise unerschwinglich macht.
 
Die politische Instabilität im Land, die nach dem Militärputsch entstand, hat die Situation weiter verschärft. Das Leben ist unsicher, die Jobsuche schwierig und viele junge Menschen verlassen das Land oder schließen sich den "People's Defense Armed Forces" an. Die Militärs betrachten das Zusammenschließen junger Menschen als verdächtig und willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung.
 

Solidarität mit Myanmar

Die Abwesenheit der Jugendlichen aus Myanmar beim Weltjugendtag wird von ihnen als Ungerechtigkeit empfunden, nicht nur für sie, sondern für das gesamte Volk. Das Land leidet unter den Auswirkungen des Militärputsches und der lokalen bewaffneten Konflikte. Menschen werden willkürlich inhaftiert und getötet. Häuser werden von den Militärs niedergebrannt. Die restliche Welt scheint diese humanitäre Katastrophe nicht wahrzunehmen.
 
Den jungen Menschen aus aller Welt, die sich in Lissabon versammeln, möchten die Jugendlichen aus Myanmar mitteilen, dass ihre Heimat mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Kinder, Jugendliche und politische Aktivisten werden getötet oder inhaftiert, auch katholische Priester sind von Verhaftungen betroffen. Die Jugendlichen möchten darauf aufmerksam machen, dass ihre Mitbürger in Myanmar tapfer für ihre Freiheit und das Wohl des Landes kämpfen und dabei oft ihr eigenes Leben riskieren. Sie leben unter prekären Bedingungen, genau wie die vielen Menschen, die aufgrund der Konflikte in den Wäldern oder als Flüchtlinge leben. Die Situation in Myanmar ist äußerst komplex und schwierig. Während einige Großstädte scheinbar normal funktionieren, tobt in anderen Regionen des Landes Bürgerkrieg.
 
Seit dem Militärputsch im Februar 2021 wurden in einigen Diözesen auch Kirchen niedergebrannt. Die Jugendlichen bitten um Unterstützung und Gebete, damit sie die Kraft finden, mutig um ihre Freiheit zu kämpfen. In Solidarität mit dem ukrainischen Volk bitten sie aber ebenso auch Gebete und Unterstützung für die Menschen in der Ukraine.