Den Säkularinstituten ist im Wiener Ordenszentrum "Quo vadis?" (Stephansplatz 6) eine aktuelle Ausstellung gewidmet. Mitglieder von Säkularinstituten - in Österreich handelt es sich dabei ausschließlich um Frauen - legen wie auch Ordensleute die drei Gelübde Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ab, leben aber nicht in Klöstern oder anderen Formen von größeren Gemeinschaften, sondern in den eigenen vier Wänden und gehen einem Beruf nach.
Jedes Mitglied bestreitet selbst seinen Lebensaufwand. Das Gemeinschaftsleben konzentriert sich auf meist ein- bis zweimal monatlich stattfindende Austausch- und Gebetstreffen. Auch die Altersvorsorge ist selbst zu bestreiten, das eigene Apostolat selbst zu finden und die Verantwortung dafür selbst zu tragen. Ein weiteres Spezifikum ist die Diskretion, bleibt doch die Zugehörigkeit zum Säkularinstitut meist geheim.
Die Ausstellung im "Quo vadis?", die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute entstand, führt durch die Geschichte der Säkularinstitute, ihre Charismen und unterschiedlichen spirituellen Nuancierungen und Akzentuierungen. Am 30. Mai gibt es im "Quo vadis?" begleitend zur Ausstellung ein Podiumsgespräch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebensformen in Orden und Säkularinstituten.
Kirchlich als rechtliche Lebensform offiziell anerkannt sind Säkularinstitute seit der Apostolischen Konstitution "Provida Mater Ecclesia" vom 2. Februar 1947 durch Papst Pius XII., konkretisiert schließlich durch das Motu proprio "Primo feliciter" vom 12. März 1948. Notwendige Merkmale der Institute sind Weltlichkeit, Weihe und Apostolat. Säkularinstitute stehen nicht in Opposition zu anderen Formen des geweihten Lebens, sondern sind eine Ergänzung.
Weltweit gibt es rund 180 Säkularinstitute mit ca. 24.000 Mitgliedern. In Österreich gibt es derzeit acht Säkularinstitute mit etwas mehr als 100 weiblichen Mitgliedern. Es sind dies "Ancilla Christi Regis", "Caritas Christi", "Madonna della Strada", die "kamillianischen Schwestern", die Gemeinschaft "Ancillae Domini", die "Schönstätter Marienschwestern", das "Säkularinstitut des Hl. Franz von Sales" und die "Societas de Imitatione Christi".
Vor wenigen Jahren zählte die Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Säkularinstitute noch zehn Mitglieder. Die "Kleine Franziskanische Familie" als früher zehnte Gemeinschaft wurde zu Beginn des Jahres 2021 von der letzten angehörenden Frau aufgelöst. Das "Werk der Frohbotschaft Batschuns" hat die Arbeitsgemeinschaft vor Kurzem verlassen.
Infos: www.quovadis.or.at bzw. www.saekularinstitute.at